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Deutsches Schulbarometer 2025/26 – Schüler

| Redaktion

Das Deutsche Schulbarometer 2025/26 zeigt weiterhin hohe psychosoziale Belastungen bei vielen Schülern.

Die repräsentative Online-Befragung von 1.507 Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 17 Jahren (plus Eltern), wurde zwischen Mai und Juni 2025 von der Robert Bosch Stiftung durchgeführt. Sie untersucht psychisches und schulisches Wohlbefinden, Unterrichtsqualität, Mitbestimmung und Mobbing.

Die Ergebnisse zeigen weiterhin hohe psychosoziale Belastungen bei vielen Schülerinnen und Schülern, mit leichten Verschlechterungen gegenüber 2024, besonders bei benachteiligten Gruppen. Guter Unterricht, unterstützende Lehrkräfte und ein positives Klassenklima wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus.

Die 10 wichtigsten Ergebnisse:

  1. 25 Prozent der 8- bis 17-Jährigen sind psychisch belastet (15 % auffällig, 10 % im Grenzbereich) – ein leichter Anstieg gegenüber 21 % im Jahr 2024. Besonders betroffen sind Kinder aus einkommensschwachen Familien (31 %) und mit sonderpädagogischem Förderbedarf (36 %).
  2. 26 Prozent der Befragten berichten von geringer Lebensqualität (68 % mittel, 6 % hoch); bei psychisch Auffälligen liegt dieser Anteil bei 57 %.
  3. 16 Prozent haben ein geringes schulisches Wohlbefinden (75 % mittel, 8 % hoch) – eine leichte Verbesserung gegenüber 2024.
  4. Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler fühlen sich in mindestens einigen Unterrichtsstunden überfordert; 61 % erleben unverständliche Inhalte.
  5. Mehr als ein Drittel (36–37 %) empfindet häufig Langeweile im Unterricht oder beim Lernen/Hausaufgaben.
  6. 61 Prozent nehmen hohen Leistungsdruck wahr; 47 % müssen am Wochenende lernen, jede/r Fünfte berichtet von kaum zu schaffenden Hausaufgaben oder unangekündigten Prüfungen.
  7. 76 Prozent fühlen sich in der Schule beliebt, doch 19 % fühlen sich unwohl/fehl am Platz und 11 % einsam – deutlich häufiger bei psychisch Belasteten.
  8. 30 Prozent der 11- bis 17-Jährigen werden mindestens monatlich gemobbt (vorwiegend offline, teilweise kombiniert mit Cybermobbing); 14-Jährige sind am häufigsten betroffen.
  9. Schülerinnen und Schüler wünschen sich deutlich mehr Mitbestimmung, vor allem bei Unterrichtsinhalten, Materialien und Prüfungen (hier bestimmen 50 % gar nicht mit); bei Klassenregeln haben 34 % viel Mitsprache.
  10. Schulisches Wohlbefinden hängt stark (ca. 60 %) von unterstützenden Lehrkräften, angemessenen Anforderungen und gutem Klassenklima ab; Mitbestimmungsmöglichkeiten fördern das Wohlbefinden spürbar.

Die Studie macht deutlich, dass soziale Herkunft und Förderbedarf Risikofaktoren verstärken und fordert mehr Unterstützung durch Therapieplätze, Schulpsychologie sowie stärkere Partizipation.

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