Die Last des Stresses: Unterstützung für Eltern kann Kinder vor Fettleibigkeit schützen
Die US-Gesundheitsbehörde CDC schätzte für das Jahr 2024, dass etwa jedes fünfte Kind bzw. jeder fünfte Jugendliche die klinische Definition für Adipositas erfüllte.
Während eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung seit langem als Strategien zur Risikominderung gelten, haben Forscher der Yale University kürzlich eine entscheidende dritte Säule identifiziert: die Senkung des elterlichen Stresses.
Ein Forschungsteam unter der Leitung der Yale-Psychologin Rajita Sinha fand heraus, dass die Reduzierung von Stress bei Eltern dazu beitragen kann, Fettleibigkeit bei deren kleinen Kindern zu verhindern. "Es ist das dritte Standbein des Hockers", so Sinha. "Wir wussten bereits, dass Stress ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Fettleibigkeit im Kindesalter sein kann. Die Überraschung war jedoch: Wenn Eltern besser mit Stress umgingen, verbesserte sich ihre Erziehung und das Adipositas-Risiko ihrer kleinen Kinder sank."
Die Ergebnisse der neuen Studie wurden in der Fachzeitschrift Pediatrics veröffentlicht. Frühere Untersuchungen zeigten, dass elterliche Fettleibigkeit ein Risikofaktor ist und Stress ein versteckter Treiber sein kann. Gestresste Eltern greifen eher zu Fast Food und ungesunden Essgewohnheiten, was das Verhalten der Kinder beeinflusst. Wenn Eltern überfordert sind, leiden Familienroutinen, ungesunde Essensentscheidungen nehmen zu und positives Erziehungsverhalten nimmt ab.
Aktuelle Präventionsprogramme konzentrieren sich meist nur auf Ernährungsbildung und körperliche Aktivität, was laut Sinha oft keine dauerhaften Verbesserungen bewirkt. In der neuen Studie führten Forscher eine 12-wöchige randomisierte Studie mit 114 Eltern verschiedener ethnischer und sozioökonomischer Herkunft durch, deren Kinder (zwei bis fünf Jahre) übergewichtig oder fettleibig waren.
Eine Gruppe nahm am Programm "Parenting Mindfully for Health" (PMH) teil, das Achtsamkeit und Verhaltensselbstregulation mit Ernährungsberatung kombinierte. Die Kontrollgruppe erhielt nur die übliche Beratung zu Ernährung und Bewegung.
Am Ende zeigte nur die PMH-Gruppe:
- Geringeren elterlichen Stress.
- Verbessertes positives Erziehungsverhalten (Herzlichkeit, Zuhören, Geduld).
- Weniger ungesundes Essverhalten bei den Kindern.
- Keine signifikante Gewichtszunahme der Kinder drei Monate nach der Behandlung.
In der Kontrollgruppe hingegen stieg das Risiko für die Kinder, in die Kategorie Übergewicht/Adipositas zu rutschen, um das Sechsfache. "Die Kombination aus Achtsamkeit zur Stressbewältigung, integriert in gesunde Ernährung und Bewegung, schien die Kinder vor den negativen Auswirkungen von Stress auf die Gewichtszunahme zu schützen", sagte Sinha.