Ergebnisse des Schulbarometers 2026
Die repräsentative Befragung des Deutschen Schulbarometers Lehrkräfte 2026 der Robert Bosch Stiftung wurde im November/Dezember 2025 mit 1547 Lehrkräften und Schulleitungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland durchgeführt.
Für 46 Prozent der Lehrkräfte ist das Verhalten der Schüler die größte Herausforderung im beruflichen Alltag – ein deutlicher Anstieg gegenüber 35 Prozent im Jahr 2024 und 42 Prozent im Jahr 2025; besonders häufig genannt werden problematisches Sozialverhalten (25 Prozent) und mangelnde Motivation (13 Prozent).
Die Heterogenität der Schülerschaft (inklusive Inklusion und Leistungsunterschiede) wird von 34 Prozent als zweitgrößte Herausforderung gesehen und bleibt damit stabil hoch.
83 Prozent der Lehrkräfte sind mit ihrem Beruf zufrieden und 89 Prozent arbeiten gerne an ihrer Schule – diese hohe Zufriedenheit ist seit Jahren stabil.
Trotzdem würden 28 Prozent den Beruf wechseln, wenn sich eine Alternative böte; die Wechselbereitschaft ist bei jüngeren Lehrkräften und an Haupt-, Real- und Gesamtschulen höher.
Emotionale Erschöpfung als Burnout-Symptom berichten 24 Prozent mehrmals pro Woche und 12 Prozent täglich; schützende Faktoren sind eine kooperative Schulkultur und Unterstützung durch Schulsozialarbeit.
Rund die Hälfte (48 Prozent) der Lehrkräfte wünscht sich mehr Einsatz für Demokratiebildung an der eigenen Schule, wobei der Bedarf an Schulen mit sozial schwieriger Lage besonders hoch ist.
Viele Lehrkräfte fühlen sich unsicher im Umgang mit politischen Meinungen im Unterricht: 18 Prozent sehen sich durch das Neutralitätsgebot gehemmt, und 27 Prozent glauben fälschlicherweise, sie dürften keine eigene Meinung äußern.
Der regelmäßige Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat sich mehr als verdoppelt: 52 Prozent nutzen KI mindestens mehrmals im Monat (25 Prozent mehrmals pro Woche), vor allem zur Aufgaben- und Unterrichtsplanung.
Hoher Fortbildungsbedarf besteht insbesondere beim Umgang mit KI (52 Prozent), psychisch belasteten Schülern (47 Prozent) und Schülern mit besonderem Förderbedarf (33 Prozent).
Etwa drei Viertel der Lehrkräfte fördern aktiv überfachliche Kompetenzen wie Empathie, Teamfähigkeit, Selbstständigkeit oder Frustrationstoleranz im Unterricht.
Bei Inklusion und Heterogenität sehen viele Lehrkräfte Probleme: 66 Prozent sind der Ansicht, dass die Unterrichtsqualität darunter leidet, und über die Hälfte fühlt sich dadurch überfordert.
Häufig beobachten Lehrkräfte diskriminierende Äußerungen unter Schülern (zum Beispiel zu Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung), was besonders an Schulen mit hohem sozialen Belastungsfaktor auftritt.
Insgesamt zeigt die Studie trotz hoher beruflicher Zufriedenheit einen steigenden Handlungsbedarf bei Verhaltensproblemen, Demokratiebildung, KI-Kompetenzen und multiprofessioneller Unterstützung an Schulen.