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Frühere Benotung erhöht Risiko von Depressionen und Angststörungen

| Redaktion

Eine Studie untersucht, wie eine frühere Einführung von Noten im schwedischen Schulsystem die psychische Gesundheit von Jugendlichen beeinflusst.

In Schweden wurden Noten ab 2012 ab der sechsten Klasse (Alter 12) statt wie zuvor in der achten Klasse eingeführt. Die Forscher analysierten Daten von über 400.000 Jugendlichen, die zwischen 1998 und 2004 geboren wurden, und verglichen Regionen mit unterschiedlichen Einführungszeiten der Noten. Dabei nutzten sie Registerdaten zu psychiatrischen Diagnosen und Medikamentenverschreibungen bis zum Alter von 17 Jahren.

Die Ergebnisse zeigen, dass frühere Noten mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und Angststörungen bei Mädchen verbunden sind, insbesondere in der frühen und mittleren Jugend. Jungen scheinen weniger stark betroffen zu sein, zeigen aber ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Angststörungen.

Der Effekt ist bei Mädchen aus einkommensschwachen Familien oder mit niedrigem Bildungshintergrund stärker ausgeprägt. Die Studie legt nahe, dass früherer Leistungsdruck durch Noten die psychische Gesundheit beeinträchtigen kann, insbesondere bei vulnerablen Gruppen.

Die Autoren empfehlen, die Einführung von Noten zu überdenken oder unterstützende Maßnahmen wie psychologische Beratung zu verstärken.

Anna Linder et al, Adolescent Mental Health: Impact of Introducing Earlier Compulsory School Grades, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/hec.4982