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"Generation Angst?" – Von Entstehung und Umgang mit der Angst

| Redaktion

Karin Michael bei der Schulärztekonferenz der Medizinischen Sektion am Goetheanum im Oktober 2025.

Wann ist eigentlich diese Zeit hereingeschlichen, in der sich die Kindheit von einer spielerisch geprägten zu einer smartphone-dominierten Phase gewandelt hat? Und genau das ist das Tückische: Es geschah auf leisen Sohlen. Jonathan Haidt identifiziert in seinem Buch "Generation Angst" eine Entwicklung, die bereits in den 1980er Jahren einsetzte: Damals wurden Bildschirme immer selbstverständlicher und prägten zunehmend unseren Alltag. Parallel dazu, so Haidt, begann ein weiterer Trend an Bedeutung zu gewinnen – die Überbehütung der Kindheit. Viele kennen das: Selbst Säuglinge haben heute Matratzen, die ihre Atmung überwachen.

Ein weiterer Bereich, der sich unbemerkt hinzugesellt hat, ist die virtuelle Welt – ein Raum, der Kindern immer mehr Möglichkeiten eröffnet, ohne dass wir genau wissen, was sie dort eigentlich tun. Haids zentrale These lautet deshalb: Genau diese beiden Trends – Überbehütung in der realen Welt und Unterbehütung in der virtuellen Welt – sind die Hauptgründe dafür, dass Kinder, die nach 1995 geboren wurden, zu einer "Generation der Ängstlichen" geworden sind.

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