"Generation Angst?" – Von Entstehung und Umgang mit der Angst
Wann ist eigentlich diese Zeit hereingeschlichen, in der sich die Kindheit von einer spielerisch geprägten zu einer smartphone-dominierten Phase gewandelt hat? Und genau das ist das Tückische: Es geschah auf leisen Sohlen. Jonathan Haidt identifiziert in seinem Buch "Generation Angst" eine Entwicklung, die bereits in den 1980er Jahren einsetzte: Damals wurden Bildschirme immer selbstverständlicher und prägten zunehmend unseren Alltag. Parallel dazu, so Haidt, begann ein weiterer Trend an Bedeutung zu gewinnen – die Überbehütung der Kindheit. Viele kennen das: Selbst Säuglinge haben heute Matratzen, die ihre Atmung überwachen.
Ein weiterer Bereich, der sich unbemerkt hinzugesellt hat, ist die virtuelle Welt – ein Raum, der Kindern immer mehr Möglichkeiten eröffnet, ohne dass wir genau wissen, was sie dort eigentlich tun. Haids zentrale These lautet deshalb: Genau diese beiden Trends – Überbehütung in der realen Welt und Unterbehütung in der virtuellen Welt – sind die Hauptgründe dafür, dass Kinder, die nach 1995 geboren wurden, zu einer "Generation der Ängstlichen" geworden sind.