Gesunde Schulmahlzeiten weltweit
Derzeit profitieren nur etwa ein Fünftel der Schulkinder von solchen Programmen, in armen Ländern sogar weniger als ein Zehntel.
Eine neue Studie unterstützt und bewirbt das Ziel der School Meals Coalition (SMC): Bis 2030 soll jedes Kind weltweit mindestens eine gesunde und nachhaltige Mahlzeit pro Schultag erhalten. Die internationale Koalition wird von über 100 Regierungen (darunter Brasilien, Finnland und Frankreich) und Partnern getragen und entstand aus dem UN Food Systems Summit 2021, das Schulmahlzeitenprogramme wiederherstellen, ausbauen und nachhaltiger gestalten soll.
Die Autoren modellieren Szenarien für eine vollständige Abdeckung, bei der alle 1,6 Milliarden Schulkinder weltweit mindestens eine Mahlzeit pro Schultag bekommen. Dies könnte die Unterernährung in betroffenen Bevölkerungen um ein Viertel senken und etwa 120 Millionen Menschen vor Hunger schützen. Langfristig könnten gesunde Mahlzeiten Ernährungsgewohnheiten prägen und in der Erwachsenenzeit über eine Million Todesfälle durch nicht übertragbare Krankheiten wie Herzkrankheiten oder Krebs pro Jahr verhindern.
Umweltbezogen würde die Ausweitung der Programme die durch Lebensmittelproduktion bedingten Auswirkungen verdreifachen, aber durch pflanzliche, nachhaltige Mahlzeiten und Halbierung des Abfalls könnten Treibhausgasemissionen, Land- und Wassernutzung halbiert werden.
Die Kosten für Zutaten betrügen global 670 bis 820 Milliarden US-Dollar pro Jahr, was 0,2 bis 0,3 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts entspricht.
In reichen Ländern sind die Mehrausgaben gering (0,05 bis 0,1 Prozent des BIP), in armen Ländern höher (0,8 bis 1,2 Prozent), aber sie werden durch Einsparungen bei Klimaschäden (18 bis 70 Milliarden Dollar) und Gesundheitskosten (120 bis 200 Milliarden Dollar) kompensiert.
Die Studie betont, dass pflanzenbasierte Mahlzeiten am effektivsten für Gesundheit und Umwelt sind. Herausforderungen liegen in der Steigerung der Schulbesuchsraten in armen Ländern und der Finanzierung, die durch internationale Hilfe oder Steuern gedeckt werden könnte.
Insgesamt könnten universelle Schulmahlzeiten die Gesundheit von Kindern verbessern, die Ernährungssicherheit von Familien stärken und Lebensmittelsysteme nachhaltiger werden lassen. Die Vorteile hängen jedoch von der Umsetzung gesunder Richtlinien und Abfallreduktion ab.
Marco Springmann et al, The health, environmental, and cost implications of providing healthy and sustainable school meals for every child by 2030: a global modelling study
https://www.thelancet.com/journals/lanplh/article/PIIS2542-5196(25)00156-1/fulltext