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"Gravierendes Elternversagen" – Kinder- und Jugendärzte-Verband zu Bildschirmnutzung und Sozialen Medien

| Redaktion

Jakob Maske, Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), in der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Es sei längst erwiesen, dass Soziale Medien junge Menschen krank und dumm machten. Kinder könnten sich der starken Beeinflussung auf den Plattformen kaum entziehen, und Jugendlichen sei es kaum noch möglich, sich eine eigene Meinung zu bilden. Die Fälle risikobehafteter Bildschirmnutzung nähmen stetig zu.

Im Wartezimmer säßen Eltern und Kinder oft an ihren Smartphones, und schon Kleinkinder hätten Kopfhörer und Tablets. Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte fordere deshalb "bildschirmfrei bis drei". Es herrsche ein gravierendes Elternversagen: Eltern müssten Grenzen setzen, Vorbild sein und sich informieren, doch das geschehe viel zu selten oder scheitere. Eltern dürfe man mit den Herausforderungen jedoch nicht allein lassen; Spiele wie Roblox, die eigentlich ab 16 seien, könnten Kinder verstörende Inhalte zeigen. Der Verband sei inzwischen offen für ein Social-Media-Verbot etwa bis 14 Jahren, doch das reiche nicht aus, wie das Beispiel Australien zeige, wo acht von zehn Jugendlichen das Verbot umgingen. Auch Voreinstellungen am Handy seien leicht zu umgehen. Aufklärung könne zum Nachdenken anregen, doch letztlich brauche es harte Regeln für die Betreiber. Die Anbieter stünden in der Pflicht, und die Bundesregierung sowie Gesundheitsminister Linnemann müssten endlich handeln. Nationale Bedingungen für Plattformen seien möglich, wie England zeige. Es gehe um die Zukunft der Kinder und der Gesellschaft; kluge Vorschläge müssten ohne Rücksicht auf Konzerne beschlossen werden.

Quelle NOZ