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Immer mehr Kinder kurzsichtig

| Deutschlandfunk

Stundenlang auf Smartphones und Tablets zu starren, wirkt sich auf die Sehfähigkeit von Kindern negativ aus. Immer mehr werden kurzsichtig.

Laut Ophtalmologen besteht aber auch ein Zusammenhang zwischen Ausbildungsstatus (Dauer der Schulzeit) und der zunehmenden Kurzsichtigkeit.

Der Deutschlandfunk zitiert einen Augenheilkundler: "Was man ganz sicher sagen kann, ist: Die Ausbildung, also der Ausbildungsstatus, hat einen großen Einfluss auf die Kurzsichtigkeit und man kann ganz gut korrelieren: Die Jahre der Ausbildung mit dem mittleren Kurzsichtigkeitswert. Und da kommt heraus, dass man etwa pro Jahr Studium oder Schule etwa eine Viertel Dioptrien kurzsichtiger wird, über die ganze Bevölkerung gemittelt. Das ist die beste und sauberste Korrelation eigentlich in der Biografieforschung."

Besonders extrem ist die Situation in ostasiatischen Ländern. "In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sind inzwischen bis zu 95 Prozent der unter 20-Jährigen kurzsichtig. In anderen asiatischen Staaten mit hohem Ausbildungsstatus sind die Zahlen ähnlich dramatisch angestiegen." Grund: die Art der Beschulung von Kindern.

Ian Morgan von der Australian National University in Canberra hat eine Erklärung: "In China bleiben die Kinder in der Pause meist in ihren Klassenräumen. Und das wird noch dadurch verstärkt, dass es unter Lehrern und den Schulbehörden die Haltung gibt, dass es gefährlich ist, die Kinder draußen spielen zu lassen. Das gilt auch für den Sportunterricht, der meistens drinnen stattfindet. Außerdem wird der Sportunterricht kurz vor den Prüfungen oft gestrichen, damit die Kinder mehr lernen können. Und all das wirkt sich enorm auf die Gesundheit der SchülerInnen aus."

Morgan verordnete Kindern eine Extrazeit im Freien, die schon nach kurzer Zeit einen positiven Effekt hervorrief. Von 900 untersuchten Schülern wurden nur 30 Prozent mit neun oder zehn Jahren kurzsichtig. In der Kontrollgruppe, die im Klassenzimmer blieb, waren es 40 Prozent. Die Experimente wurden über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt. Doch ein Effekt ließ sich schon nach relativ kurzer Zeit beobachten.

Wer gewohnheitsmäßig nur in die Nähe blickt, wird kurzsichtig, das Auge wird durch das Sehen "erzogen": "Was ganz sicher für die Kurzsichtigkeit ungeeignet oder schlecht ist, ist, wenn man immer drinnen sitzt mit kurzem Sehabstand. Zum Beispiel den ganzen Tag Computerspiele auf kurze Entfernung – das ist sicher nicht das Optimum."

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