Jonathan Haidt: Kinder sind ohne soziale Medien glücklicher
Er beruft sich darauf, dass die nach 1995 geborene Generation Z selbst am besten weiß, wie sehr Plattformen wie Instagram ihrer mentalen Gesundheit schaden, und dass auch der Konzern Meta aus internen Studien die Gefahren kennt. Haidt verweist auf Experimente, die zeigen, dass der Verzicht auf soziale Medien Depressionen und Ängste verringert.
Zu den Schäden zählen Verdrängungseffekte wie weniger Schlaf, weniger Bewegung und Sport sowie direkte Gefahren wie sexuelle Erpressung mit Zehntausenden Fällen allein bei Snapchat pro Monat. Indirekt führt der soziale Vergleich auf Instagram seit dem Boom um 2010 zu einem starken Anstieg von Depressionen, Angststörungen und Selbstverletzungen vor allem bei Mädchen.
Haidt argumentiert, der weltweite Anstieg psychischer Probleme bei Jugendlichen falle zeitlich exakt mit der Verbreitung von Smartphones und sozialen Medien zusammen, während andere Faktoren wie Klimakrise, Finanzkrise oder Opioidprobleme den simultanen und geschlechtsspezifischen Verlauf in vielen Ländern nicht erklärten.
Er betont, dass harte Daten wie die Verdopplung von Notaufnahmebesuchen wegen Selbstverletzungen bei Mädchen ernst zu nehmen sind und soziale Medien im Gegensatz zu anderen Produkten durch Gesetze wie den US-Paragrafen 230 unzureichend haftbar gemacht werden. Er kontrastiert das frühe, verbindende Internet mit der späteren Entwicklung durch die Portabilität der Smartphones und ein werbebasiertes Geschäftsmodell, das zu Sucht, Lock-in-Effekten und einer "Verschlimmscheißerung" führt.
Haidt zeigt sich begeistert über Maßnahmen wie handyfreie Schulen, bei denen Kinder ihre Geräte abgeben und dadurch wieder mehr lachen und miteinander reden. Abschließend begrüßt er Verbote sozialer Medien für Unter-16-Jährige wie in Australien sowie EU-Regulierungen zur Kindersicherheit, die zu mehr Outdoor-Aktivitäten führen.