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Jugend in Deutschland will auswandern

| Redaktion

Laut einer neuen Studie planen 21 Prozent der Befragten konkret, Deutschland zu verlassen, um im Ausland bessere Lebensbedingungen zu finden.

Die Trendstudie "Jugend in Deutschland 2026 – Zukunft unter Druck" wurde Ende März 2026 vorgestellt. Sie basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung von etwa 2.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 29 Jahren.

Langfristig können sich laut Studie sogar 41 Prozent eine Auswanderung vorstellen. Besonders beliebte Ziele sind die Schweiz, Spanien und skandinavische Länder.

Hauptgründe für den Auswanderungswunsch sind Dauerkrisen, unsichere berufliche Perspektiven, hohe Mieten und finanzielle Belastungen. 23 Prozent der jungen Menschen haben Schulden – der höchste Wert seit Beginn der Studienreihe.

Trotz hoher Belastungen bleiben jedoch viele Jugendliche motiviert: Nur eine Minderheit hält die Jugend für "zu faul". Wichtige Motivatoren sind Geld, Spaß und das Erreichen persönlicher Ziele.

Psychische Belastungen bleiben hoch: 49 Prozent berichten von Stress, 36 Prozent von Erschöpfung, 32 Prozent von Selbstzweifeln und 30 Prozent von Antriebslosigkeit. 29 Prozent benötigen psychologische Unterstützung (Höchstwert).

Unter 20-Jährige sind mit ihrem Leben zufriedener als Ältere. Die Zufriedenheit mit dem Studium liegt bei 69 Prozent der Studierenden.

Viele junge Menschen wenden sich politischen Rändern zu und fordern mehr Beteiligung an Entscheidungen. Fehlende Mitbestimmung verstärkt die Distanz zu Institutionen.

Die Attraktivität einer Berufsausbildung steigt im Vergleich zum Studium. Viele Studierende (46 Prozent) leben noch im Elternhaus und verzichten aus finanziellen Gründen auf eigene Wohnungen.

Die Studie zeigt insgesamt eine Generation unter Druck: Hohe Leistungsbereitschaft trifft auf wachsende Perspektivlosigkeit, wirtschaftliche Unsicherheit und den Wunsch nach Stabilität, Familie, Gesundheit und Wohlstand.

Die Autoren Simon Schnetzer, Kilian Hampel und Nina Kolleck fordern mehr politische Beteiligung und bessere Rahmenbedingungen, um Vertrauen zurückzugewinnen und Abwanderung zu verringern.

"Jugend in Deutschland 2026 – Zukunft unter Druck"