Zum Hauptinhalt springen

Ohne Musik wäre die Schule ein Irrtum!

| Sonja Wagner

In einer zunehmend funktionalisierten Bildungslandschaft wird Musik zum unverzichtbaren Gegenpol.

Die Masterarbeit von Dorinda Carmen Winkler untersucht, aus welchen Gründen musikalische Bildung einen festen Platz im schulischen Kontext behalten sollte. Der Titel der Arbeit, "Ohne Musik wäre die Schule ein Irrtum!?", greift ein bekanntes Nietzsche-Zitat auf. An der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz entstanden, versucht die Arbeit, Begründungen für Musikunterricht zu erfassen, die Intentionen musikprofilierter Schulen zu beleuchten und die persönlichen Motive musikpädagogisch Tätiger zu verstehen.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Musikunterricht zunehmend unter Legitimationsdruck steht, obwohl er zentraler Bestandteil ganzheitlicher Bildung ist. Denn er ermöglicht kulturelle Teilhabe und trägt zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Er schafft einen wichtigen Ausgleich zum leistungsorientierten Schulalltag. Darüber hinaus eröffnet Musik langfristig Zugänge zu Lebensgestaltung, Sinnfindung und kultureller Praxis. Gleichzeitig stärkt sie die Schulgemeinschaft und kann zur Profilbildung einer Schule wesentlich beitragen.

Nach einer systematischen Herausarbeitung von Begründungskriterien und Auswertung von empirischen Erhebungen (Interviews, Schulanalysen) kommt Winkler zum Fazit, dass Musikunterricht in der Oberstufe eine zentrale Rolle für ganzheitliche Bildung spielt. Musik verbindet kognitive, emotionale, soziale und kulturelle Dimensionen menschlicher Entwicklung, fördert Kreativität und schafft Erfahrungsräume, die durch andere Fächer nicht ersetzt werden können. Gerade in einer zunehmend funktionalisierten Bildungslandschaft wird Musik damit zu einem unverzichtbaren Gegenpol – und zu einem wesentlichen Bestandteil einer Schule, die den ganzen Menschen im Blick hat.

https://epub.jku.at/obvulihs/download/pdf/12049979