Schreiben mit der Hand fördert Entwicklung des Gehirns
Nun kehrt sie zurück: New Jersey und rund zwei Dutzend weitere US-Bundesstaaten haben sie wieder zur Pflicht gemacht, vor allem für Kinder zwischen 8 und 11 Jahren.
Das Schreiben mit der Hand aktiviert im Gehirn Bereiche, die für Lernen und Gedächtnis wichtig sind – deutlich stärker als Tippen auf einer Tastatur.
Studien zeigen, dass Kinder, die Buchstaben von Hand schreiben, diese später besser erkennen als Kinder, die sie nur tippen. Die Forscherin Karin Harman James fand heraus, dass beim Schreiben mit der Hand dieselben Hirnregionen aktiv werden wie beim Lesen bei Erwachsenen. Die norwegische Neurowissenschaftlerin Audrey van der Meer beobachtete, dass Handschrift komplizierte Bewegungen erfordert und dadurch Lernzentren stärker anspricht als einfaches Tippen. In manchen norwegischen Schulen lernen Kinder nur noch digital, weshalb Lehrer klagen, dass Erstklässler kaum einen Stift halten können.
Virginia Berninger empfiehlt, zuerst Druckschrift (einzelne Buchstaben) in den ersten Schuljahren zu lehren, weil Kinder damit leichter lesen lernen. Ab der vierten Klasse bringt Schreibschrift Vorteile: Kinder schreiben schneller und machen weniger Rechtschreibfehler. Eine kanadische Studie zeigte jedoch, dass Kinder, die von Anfang an nur eine Schriftart lernen, teilweise besser abschneiden. Viele Forscher sehen keinen klaren Beweis, dass Schreibschrift besser ist als Druckschrift. Das Schreiben mit der Hand trainiert aber insgesamt die Feinmotorik und fordert das Gehirn heraus.
Manche Experten betonen auch den kulturellen Wert: Handschrift gehört zur menschlichen Kultur, etwa bei Liebesbriefen, Gedichten oder in Form von Einkaufslisten. In Ländern wie Frankreich und Brasilien wurde Schreibschrift übrigens nie aus dem Unterricht entfernt. Insgesamt sprechen die Forschungsergebnisse dafür, das Schreiben mit der Hand in Schulen wieder stärker zu fördern.
Mariana Lenharo, How learning handwriting trains the brain: the science behind the cursive wars