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Seit Ende des 2. Weltkriegs verschlechtert sich die Gesundheit der Bevölkerung in Großbritannien

| Redaktion

Die Generationen nach 1946 sind in Großbritannien bereits in jüngeren Jahren kränker als frühere Kohorten.

Eine systematische Übersicht von 51 Studien aus britischen Geburtskohorten (geboren zwischen 1946 und 2002) zeigt, dass Generationen nach 1946 bereits in jüngeren Jahren eine schlechtere Gesundheit aufweisen als frühere Kohorten – ein Phänomen, das die Forscher als "generational health drift" bezeichnen.

Besonders deutlich ist der Trend bei Adipositas und psychischen Erkrankungen. Auch für Diabetes gibt es Hinweise auf eine Verschlechterung, insbesondere im Vergleich zwischen der Generation X und den Babyboomern.

Die Kohorten wurden jeweils im gleichen Lebensalter verglichen; es gibt kaum Anzeichen für gesundheitliche Verbesserungen bei den jüngeren Generationen. Stattdessen verbringen diese möglicherweise mehr Lebensjahre in schlechtem Gesundheitszustand. Die Verschlechterung lässt sich nicht allein durch bessere Diagnostik, Screening oder höhere Überlebensraten erklären, da sowohl selbstberichtete als auch objektiv gemessene Gesundheitsdaten übereinstimmen.

Trotz historisch gestiegener Lebenserwartung und Rückgangs von Rauchen, Kindersterblichkeit und Herz-Kreislauf-Todesfällen stagniert oder sinkt die Erwartung gesunder Lebensjahre seit den 2010er-Jahren.

Die Autoren führen die Entwicklung vor allem auf veränderte soziale und umweltbedingte Risikofaktoren zurück, etwa "obesogene Umwelten", die über das gesamte Leben wirken und weitgehend vermeidbar sind.

Die Studie wurde am 22. Mai 2026 in der Fachzeitschrift Population Studies veröffentlicht und Mitarbeitern des University College London, des King’s College London und der University of Oxford durchgeführt. Leitautorin Laura Gimeno betont, dass die Gesellschaft noch nicht an biologische Grenzen der Gesundheitsverbesserung gestoßen sei, sondern die Folgen vermeidbarer Expositionen erlebe.

Die Ergebnisse haben erhebliche Konsequenzen für Politik, Planung und Finanzierung des Gesundheits- und Sozialsystems, da bis 2050 ein Viertel der britischen Bevölkerung 65 Jahre oder älter sein wird.

Quelle