Soziale Medien: Je später, desto besser
Das geht aus einer italienischen Langzeitstudie mit über 5.200 Schülern hervor, die untersucht, wie sich die frühe Nutzung sozialer Medien auf die schulischen Leistungen auswirkt.
Kinder, die schon in der 6., 7. oder 8. Klasse ein eigenes Social-Media-Konto anlegten, wurden mit solchen verglichen, die erst ab der 9. Klasse oder später damit begannen.
Die frühen Nutzer schnitten in den standardisierten Tests in Italienisch und Mathematik deutlich schlechter ab als die späteren Nutzer. Die negativen Effekte lagen je nach Einstiegsalter und Messzeitpunkt zwischen etwa 0,07 und 0,27 Standardabweichungen – das entspricht ungefähr einem Lernrückstand von mehreren Monaten. Je früher der Einstieg erfolgte, desto stärker und anhaltender war der Leistungsrückgang bis zur 10. Klasse.
Bei den Englisch-Leistungen zeigte sich dagegen kein signifikanter Unterschied.
Ein großer Teil des negativen Einflusses lässt sich den Autoren zufolge dadurch erklären, dass Smartphones den Alltag der Kinder stark durchdringen und wichtige Lernzeiten stören.
Frühe Nutzer hatten außerdem ein höheres Risiko, eine Klasse zu wiederholen, und erreichten seltener sehr gute Noten. Auch ihr Vertrauen in die eigenen schulischen Leistungen war geringer.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein späterer Einstieg in soziale Medien für die schulischen Leistungen in Kernfächern förderlich ist.
Marco Gui et al, Longitudinal effect of early social media use on standardized learning outcomes during school career, https://www.nature.com/articles/s41562-026-02522-4