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Soziale Medien: Positive Effekte bei Reduktion der Nutzung

| Redaktion

Der Ulmer Jugendpsychiater Jörg Fegert untersucht die positiven Effekte einer Reduktion der Nutzung Sozialer Medien.

131 junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren senkten in der strengsten Gruppe ihren Konsum um 81 Prozent auf etwa 45 Minuten täglich. Dadurch verbesserten sich Schlafprobleme signifikant, depressive und Angstsymptome halbierten sich, und das Wohlbefinden stieg spürbar.

Acht Wochen später lag die Nutzung im Schnitt bei etwas über zwei statt zuvor über vier Stunden und blieb damit unter dem Ausgangsniveau. Fegert sieht darin eine hochrelevante Maßnahme angesichts der Mental-Health-Krise junger Menschen. Er plädiert für Bewusstseinsbildung statt reiner Verbote, etwa durch landesweite Challenges an Schulen und Universitäten.

Fegert fordert ein Nutzungsverbot für unter 13-Jährige sowie eine Regulierung suchtfördernder Design-Features der Plattformen, vergleichbar mit Sicherheitsnachweisen bei Autos oder Medikamenten. Eltern rät er, Vorbild zu sein, über das Thema zu sprechen und gemeinsame Familien-Challenges mit klaren Regeln wie "keine Handys beim Essen oder im Bett" zu starten. Streit um Grenzen gehöre zur Erziehung und sei notwendig, um Haltung und Selbsterfahrung zu vermitteln.

Südwest Presse