Studie bestätigt präventives Potenzial künstlerischer Methoden an Schulen
Als Antwort auf diese Herausforderungen hat das Research Institute on Lifelong Learning (FiBS RILLL) eine umfassende Studie veröffentlicht, die die Wirksamkeit von künstlerischen Therapien und kunstbasierter Pädagogik zur Gesundheitsförderung in Schulen untersucht und Methoden zur Stärkung der Resilienz und des sozial-emotionalen Verhaltens beitragen können. Die Ergebnisse aus der Analyse von 77 empirischen Studien und 22 Praxisprojekten sind:
- Positive Effekte auf die Psyche: Künstlerische Aktivitäten tragen zur Verbesserung des Umgangs mit Emotionen, zur Stärkung des Selbstwertgefühls und zur Verringerung von Angststörungen bei.
- Soziale und kognitive Vorteile: Die Methoden fördern die soziale Integration, Empathie, Kommunikationsfähigkeit und die Konzentrationsfähigkeit der Schüler.
- Niedrigschwelliger Zugang: Die Integration dieser Angebote in den Schulalltag ermöglicht es, Kinder unabhängig von ihrer Herkunft oder möglichen Diagnosen zu erreichen und präventiv zu unterstützen.
Als erfolgreiche Praxisbeispiele werden genannt: "gut:gehen" (Theaterpädagogik), "Durch Musik zur Sprache" (Musiktherapie) und "Tanz in Schulen".
Im Bereich der Kunsttherapie wird das künstlerische Medium als "Drittes" in die Beziehung zwischen Kind und Therapeut einbezogen. Dies ermöglicht einen nonverbalen Zugang zur eigenen Gefühlswelt, der besonders für Kinder mit verbalen Ausdrucksschwierigkeiten oder traumatischen Erfahrungen (z. B. Fluchthintergrund) hilfreich ist. Durch das Gestalten mit Farben und Materialien werden innere Prozesse sichtbar und damit bearbeitbar gemacht.
Therapeutische Wirkung erstreckt sich auf:
- Emotionsregulation und Stressabbau: Das künstlerische Schaffen wirkt nachweislich angst- und stressmindernd und kann sogar den Cortisolspiegel senken.
- Stärkung des Selbstwerts: In einem bewertungsfreien Raum erleben Kinder Selbstwirksamkeit, fördern ihre Feinmotorik und entwickeln durch das fertige Werk ein positives Selbstbild.
- Präventive Stabilisierung: Die Therapie hilft Kindern, Krisen wie Trennungen oder familiäre Belastungen besser zu bewältigen, bevor pathologische Verhaltensweisen entstehen.
- Förderung der Wahrnehmung: Die Arbeit an Skulpturen oder Malereien schult die Konzentration, das Durchhaltevermögen und die Reflexionsfähigkeit über das eigene Handeln.
Die Studie belegt, dass kunstbasierte Pädagogik und Künstlerische Therapien in einem positiven Zusammenhang mit der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stehen.