Neue Leitlinie empfiehlt sechs Monate Stillen
Die Leitlinie wurde von 26 Fachgesellschaften gemeinsam erarbeitet. Sie empfiehlt gesunde, reifgeborene Babys in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich oder überwiegend zu stillen. Damit endet der frühere deutsche Sonderweg, bereits ab dem vierten Monat Beikost einzuführen.
Nach den sechs Monaten soll das Stillen mindestens bis zum vollendeten ersten Lebensjahr fortgesetzt werden. Danach kann weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind es wünschen, während sukzessive Beikost und normale Kost hinzukommen.
Die Empfehlungen basieren auf der Auswertung von 30 wichtigen Gesundheits-Outcomes bei Mutter und Kind. Internationale Übersichtsarbeiten zeigen in den meisten Fällen positive Effekte des Stillens. Bei Kindern sinkt das Risiko für Mittelohrentzündungen, Magen-Darm-Infektionen und Leukämie. Auch das Risiko für Autismus, ADHS und Asthma wird durch längeres ausschließliches Stillen günstig beeinflusst.
Bei Müttern senkt eine längere Stilldauer das Brustkrebsrisiko um 25 bis 40 Prozent. Zudem wirkt sich Stillen positiv auf das Risiko für postpartale Depressionen aus.