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Der Heilpflanzengarten an der Freien Veytalschule Satzvey

Von Mirjam Wallmann

Nach der erfreulichen Zusage einer Stiftung, uns finanziell zu unterstützen, standen wir voller Tatendrang in den StartStartlöchernlöchern, um unser Heilpflanzenprojekt zu beginnen. Kurz darauf ergab sich jedoch eine unerwartete Wendung: Der bisherige Schulgarten wurde uns gekündigt, sodass wir zunächst einen neuen Platz für unser Vorhaben finden und anlegen mussten. Diese Situation brachte jedoch auch eine wertvolle Lernerfahrung mit sich. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der 7. Klasse konnten wir den neuen Garten von Grund auf planen. Dabei lernten die Kinder nicht nur viel über den Boden, die Materialien und die Pflege, sondern auch viel über Geduld, Teamarbeit und das Wachsen eines neuen Projekts.

Da wir an die Zeiten eines Schuljahres gebunden sind, beschlossen wir, das Projekt in zwei aufeinander aufbauende Teile zu gliedern: Im ersten Teil stand die Gestaltung und Einrichtung des neuen Gartens im Mittelpunkt – einschließlich der Nutzung des vorhandenen Altbestandes. Im zweiten Teil, der im kommenden Frühling startet, wird es dann ganz um das Pflanzen der Stauden und Beerensträucher, dem Säen und dem Vollenden der Projektidee gehen.

Das Projekt Heilpflanzengarten hat sich auf diese Weise in seiner Umsetzung für die Schülerinnen und Schüler als weit mehr erwiesen, als wir ursprünglich vorhatten, denn die neuen Herausforderungen bewirkten, dass bei den Schülerinnen und Schülern von Beginn an spürbar wurde, wie stark sie sich mit dem Projekt verbanden und mit Begeisterung und Neugier an die Arbeit gingen. Das gemeinsame Gestalten der Beete, Pflanzen und Ernten wurde schnell zu einem festen Bestandteil ihres Gartenbauunterrichts – und zu einem Raum des Lernens, Entdeckens und gemeinschaftlichen Erlebens.

Ein besonderer Höhepunkt war der Bau der Hochbeete: Gemeinsam wurden alte Paletten gesammelt und in sorgfältiger Handarbeit zu stabilen Beeten zusammengebaut. Dadurch entstand nicht nur eine nachhaltige Grundlage für den Garten, sondern auch ein starkes Bewusstsein für Upcycling und Ressourcenschonung. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren unmittelbar, wie aus vermeintlich "alten" Materialien etwas Neues, Sinnvolles entstehen kann.

Alter Pflanzenbestand wurde entfernt und die Gräben für die Fundamente der Hochbeete ausgegehoben, frische Erde mit Schubkarren transportiert und in die Beete verteilt – es war ein ganzer Container voll, der mit Elternhilfe geleert wurde.

Im Herbst machten sich die Schülerinnen und Schüler mit viel Eifer daran, die Apfel-Ernte zu verarbeiten: Das Obst wurde in Ringe geschnitten und anschließend schonend im neuen Dörrapparat getrocknet, Kräutersalz in selbstgemachten MörMörsern hergestellt und erste eigene Teemischungen kreiert. Es wurde ausprobiert, unterschiedliche Kräuter kombiniert und viel über Geschmack, Wirkung und Haltbarmachung von Naturprodukten gelernt. Diese praktischen Erfahrungen machten das Wissen rund um Heilpflanzen "greifbar".

Die Schülerinnen und Schüler entwickelten Logos und Texte für die Verpackungen der Kräutertee-Mischungen. Dabei setzen sie sich intensiv mit den Fragen zur Gestaltung, der Wirkung der Farben auf den Verpackungen, der Schrift und den Texten zum Inhalt und Wirkung auseinander – passend zum Tee.

Das Projekt hat die Schülerinnen und Schüler jetzt schon auf vielfältige Weise bereichert. Neben dem naturkundlichen Wissen entwickelten sie handwerkliche Fähigkeiten, Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist. Sie erlebten unmittelbar, wie wichtig Pflege, Geduld und Aufmerksamkeit für lebendige Prozesse sind – ob beim Gießen der Pflanzen, beim Schutz vor Schnecken oder beim sorgsamen Umgang mit Werkzeugen.

Darüber hinaus entstanden neue Ideen, die über den ursprünglichen Rahmen hinausgehen. So möchten möchten einige Kinder im kommenden Jahr ein "bienenfreundliches Beet" anlegen und noch mehr über die Zusammenhänge zwischen Pflanzen, Insekten und Umwelt lernen. Der Garten hat sie inspiriert, aktiv mitzugestalten und weiterzudenken.

Insgesamt hat sich gezeigt, dass der Heilpflanzengarten nicht nur Wissen vermittelt, sondern Begeisterung für Natur, Nachhaltigkeit und gemeinsames Tun geweckt hat. Die Kinder haben unglaublich viel gelernt, mit großer Freude gearbeitet und sind in ihrer Selbstwirksamkeit gewachsen. Damit ist ein lebendiger Lernort entstanden, der langfristig weitergeführt und weiterentwickelt werden soll. Die nächste 7. Klasse wartet schon darauf.

Heilpflanzengarten Freie Veytalschule

Das Projekt: Heilpflanzengarten an der Freien Veytalschule 

Ort: Am Kirchturm 7, 53894 Mechernich

Aktivität: 

  • Landwirtschaft
  • Gärtnerei

Kontakt: Mirjam Wallmann

https://veytalschule.de/

Resilienzförderung durch:

  • Handlungspädagogik
  • Gartenarbeit
  • Bewegung draußen
  • Verarbeitung und Vermarktung