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Pandemiemaßnahmen schaden Kindern und Jugendlichen

| DAK

Die von der Politik verhängten Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung haben Kindern in allen Altersstufen erheblichen gesundheitlichen Schaden zugefügt.

So kommentiert Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, die Ergebnisse des DAK-Kinder- und Jugendreports 2022 in einer von der Krankenkasse verbreiteten Pressemitteilung.

Im Jahr 2021 stiegen laut DAK Depressionen und Essstörungen bei Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren an. Mädchen wurden mit psychischen Erkrankungen deutlich häufiger stationär behandelt als Jungen. Im Grundschulalter zeigte sich eine spürbare Steigerung von Störungen sozialer Funktionen und eine Zunahme von Entwicklungsstörungen.

28 Prozent mehr 15- bis 17-Jährige mit Depressionen und 17 Prozent mehr ältere Teenager mit Essstörungen kamen 2021 insgesamt in die Kliniken. In Relation zu 2019 stiegen die Krankenhausaufenthalte 2021 bei Essstörungen sogar um 40 Prozent. Auch bei emotionalen Störungen war ein Plus der Behandlungen zu verzeichnen: 2021 wurden 42 Prozent mehr 15- bis 17-Jährige aufgrund von emotionalen Störungen stationär versorgt.

Ähnliche Tendenzen gab es auch bei Schulkindern im Alter zwischen zehn und 14 Jahren. Hier nahmen vor allem stationäre Behandlungen aufgrund von Depressionen (plus 27 Prozent), Angststörungen (plus 25 Prozent) und Essstörungen (plus 21 Prozent) zu.

"Die Corona-Pandemie und ganz besonders die von der Politik verhängten Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung haben Kindern in allen Altersstufen erheblichen gesundheitlichen Schaden zugefügt", so Fischbach wörtlich. "Die politisch Verantwortlichen" hätten "über zwei Jahre lang die existentiell wichtigen Bedürfnisse" der jungen Generation "schlichtweg ignoriert." Der dadurch bedingte Schaden sei erheblich. Aus den Fehlern der Pandemiebekämpfung müssten Lehren gezogen werden.

Andreas Storm, Vorstandschef der DAK, fordert die "Einrichtung einer Enquete-Kommission durch den Deutschen Bundestag", um die Probleme zu analysieren und noch in dieser Legislaturperiode erste Konsequenzen zu ziehen. Es gehe um die gesundheitliche Zukunft einer ganzen Generation.

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